Ecash

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Ecash wurde 1983 von David Chaum als anonymes kryptographisches elektronisches Geld- oder Electronic-Cash-System konzipiert. Es wurde von seiner Firma Digicash realisiert und von 1995 bis 1998 bei einer US-Bank als Micropayment-System eingesetzt.

Design[Bearbeiten]

Chaum veröffentlichte in einem Papier von 1983 die Idee des anonymen elektronischen Geldes; eCash-Software auf dem lokalen Computer des Benutzers speichert Geld in einem digitalen Format, das von einer Bank kryptografisch signiert wurde. Der Benutzer könnte das digitale Geld in jedem Geschäft ausgeben, das eCash akzeptiert, ohne zuerst ein Konto beim Verkäufer eröffnen zu müssen oder Kreditkartennummern zu übermitteln. Die Sicherheit wurde durch digitale Signaturen mit öffentlichem Schlüssel sichergestellt. Die RSA-Blindsignaturen haben die Nichtverbindbarkeit zwischen Auszahlungs- und Ausgabentransaktionen erreicht. Je nach Zahlungsverkehr unterscheidet man zwischen elektronischem Online- und Offline-Bargeld: Wenn der Zahlungsempfänger vor Annahme einer Zahlung einen Dritten (z. B. die Bank oder das Kreditkartenunternehmen, das als Erwerber auftritt) kontaktieren muss System heißt ein Online-System. Im Jahr 1990 schlug Chaum zusammen mit Moni Naor das erste Offline-E-Cash-System vor, das ebenfalls auf Blindsignaturen basierte.

Geschichte[Bearbeiten]

Chaum gründete 1990 die Firma DigiCash mit dem Markenzeichen "ecash". Er sammelte $ 10 Millionen von David Marquardt und bis 1997 war Nicholas Negroponte dessen Vorsitzender. Ähnlich wie bei Kreditkarten war das System für Käufer kostenlos, während Händler eine Transaktionsgebühr bezahlten. Nach einem dreijährigen Versuch, der nur 5.000 Kunden unter Vertrag hatte, wurde das System 1998 aufgelöst, ein Jahr nachdem die Bank von der Mercantile Bank, einem großen Kreditkarteninstitut, gekauft worden war.

1998 ging DigiCash trotz des florierenden elektronischen Geschäftsverkehrs in Konkurs, aber mit Kreditkarten als "Währung der Wahl".

DigiCash wurde an eCash Technologies verkauft, einschließlich seiner eCash-Patente.

Im Jahr 2000 verklagte eCash Technologies eCash.com wegen Markenverletzung und unlauterem Wettbewerb. eCash.com hat beanstandet, dass die Markenregistrierung von eCash Technologies in betrügerischer Absicht erfolgte, da die Registrierung des Domain-Namens "ecash.com" durch eCash.com dem US-amerikanischen Patent- und Markenamt nicht mitgeteilt wurde. Das Gericht wies die Widerklage von eCash.com zurück und sagte, dass ein Markenanmelder die Rechte eines Dritten nur dann offenlegen müsse, wenn sie "eindeutig festgelegt" seien. Das Gericht argumentierte, weil "die bloße Registrierung eines Domain-Namens keine Markenrechte, geschweige denn" klar begründete "Rechte verleiht, war ECash Technologies nicht verpflichtet, die Registrierung des Domain-Namens" ecash.com "an den PTO, wie eCash, offen zu legen Technologien gingen daraufhin in Konkurs und die Domain "Ecash.com" blieb im Besitz des ursprünglichen Eigentümers.

Im Jahr 2002 wurde eCash Technologies von InfoSpace, heute Blucora, übernommen. Ab 2015 wird der Begriff eCash für das digitale Geld verwendet, das auf einer elektronisch empfindlichen Karte gespeichert werden kann, einschließlich Online- oder alternativer Zahlungsportale und mobiler Anwendungen. 2016 erhielt Due Inc die Marke «ecash".

Pro und Contra[Bearbeiten]

  • Eine doppelte Verwendung (double-spending) der Dateien ist unmöglich, denn sobald eine Seriennummer verbraucht wurde, kann diese nie mehr verwendet werden. Ein Verlust des Geldwertes kann nicht erfolgen, sofern der Anwender seine Schlüssel beziehungsweise die E-Wallet gesichert hat und damit die Wallet über den Bankserver wiederherstellen kann (Recovery Mechanismus). Während der Zeit, in der eCash in Gebrauch war, wurden keine Missbrauchsfälle bekannt. Der maximale Guthabensbetrag auf der E-Wallet war auf zirka EUR 200,-- begrenzt.
  • Obwohl technisch hervorragend gelöst, hat sich das eCash-System nicht sehr weit verbreitet, da die Firma DigiCash in ein US-Ausgleichsverfahren (Chapter 11) schlitterte und die kryptologischen Patente von einer Nachfolgefirma übernommen wurden. Diese hat sich regional in den USA auf das Voucher/Online-Gutscheinsystem fokussiert. Die europäischen eCash-Lizenzbanken, wo die Systeme bereits operativ bestens liefen (Deutsche Bank, Bank Austria und Credit Suisse), haben danach Ende der 1990er-Jahre ihre eCash-Unterstützung beendet. Das Problem der Konvertierung zwischen Währungen wurde somit bis zuletzt im eCash-System auch nie gelöst.
  • PayPal funktioniert heute organisatorisch ähnlich: Von Kreditkarten und Bankkonten werden die Abbuchungen durchgeführt und dem Händler für die Gutschrift eine Garantie gegeben. Auch ein PayPal-Händlerguthaben kann nur auf ein echtes Bankkonto rück-transferiert oder im System selbst wieder ausgegeben werden. Die damals sehr fortschrittlichen eCash-Features wie die Übermittlung von digitalen Münzen mittels E-Mail und die Möglichkeit, dass zwei Privatpersonen sich Geldbeträge senden, werden durch PayPal ebenfalls abgedeckt.

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Ressourcen[Bearbeiten]